![]() |
![]() |
Serie: Glauben für EinsteigerMut zum RisikoEs gibt Ereignisse im Leben, nach denen ist man nicht mehr derselbe Mensch: Wenn man sich z.B. das erste mal verliebt oder Kinder bekommt. Es gibt Entscheidungen, die auf einen Schlag alles verändern. Als ich mein Eheversprechen gegeben habe, veränderte das alle meine Beziehungen: Zu meiner Frau, zu allen anderen Frauen, aber auch zu allen Männern, zu meinen Eltern, ja sogar zu mir selbst. Ich bin objektiv nicht mehr derselbe. Ich könnte das gegebene Wort zwar ignorieren und so tun, als wäre ich "frei", aber dann wäre ich untreu und müsste mit den vielfältigen Konsequenzen der Untreue leben. Etwas, das vorher nicht da war, hat mein Leben unwiderruflich verändert, und damit auch allmählich mein Denken und Fühlen.
Vielleicht wird so verständlich, warum Christen immer wieder davon reden, dass in ihrem Leben alles neu geworden ist, obwohl sie ganz unverändert aussehen: Jesus fordert seine Nachfolger auf zu einer Entscheidung für ein Leben in einer Beziehung zu dem Gott Israels, die alle anderen Möglichkeiten der Lebensgestaltung und Vorstellungen von Gott und der Welt ausschließt und alle anderen Loyalitäten auf die Plätze verweist. Vom Fixpunkt dieser exklusiven Bindung werden alle Beziehungen neu geordnet. Nichts ist mehr, wie es war. Die meisten von uns waren verliebt (und naiv) genug, sich das Wagnis der Ehe zuzumuten, ohne je wissen zu können, was das im einzelnen bedeuten würde. Was aber könnte uns dazu verleiten, um Gottes willen alle anderen Türen zuzuschlagen, ohne jede Geld-zurück-Garantie, wenn es nicht klappt? Gibt es statt Hingabe mit Haut und Haaren auch risikobegrenzte "Ehe-Verträge" mit dem Himmel? Nein, sagt Jesus. Die Ungewissheit bringt uns dahin, dass wir überhaupt erst lernen, Gott zu vertrauen. Und ein Leben in einer anderen Dimension zu entdecken, die uns verschlossen bliebe, wenn wir an alten Sicherheiten festhalten wollten. Ein Leben in der Gegenwart Gottes - ein Stück Himmel schon hier und jetzt. Damit stellt er die Frage anders herum: Was genau haben wir eigentlich zu verlieren? |