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Serie: Glauben für EinsteigerReligionen: Wunsch und WahrheitDas Konsum-Zeitalter scheint auch in Glaubensfragen nicht spurlos vorbei zu gehen. Der Markt für Lebenshilfen und Sinn-Substrate wird immer unübersichtlicher. Viele "Verbraucher" halten sich mit Festlegungen zurück und betrachten Religion als Geschmacksfrage, bei der keine Diskussion möglich ist. Das erinnert mich an ein Gedicht des Briten Steve Turner, wo es ironisch heißt:
Wir glauben, Es ist wie jemand, der in einem Laden Stadtpläne studiert. Zugegeben - da gibt es eine Reihe von Ähnlichkeiten: Die Städte haben ein Zentrum, von dem aus die Straßen nach außen führen. In diesem Zentrum gleichen sich wiederum viele Dinge: Es gibt ein Rathaus, einen Bahnhof, Fußgängerzonen und Bürohäuser, vielleicht ein Schloss oder eine Universität und mindestens einen Fluss. Schließlich ähneln sich auch noch die Straßennamen. Und doch: Wenn Sie mit einem Stadtplan von Stuttgart durch Berlin finden wollen, werden Sie in Schwierigkeiten geraten. Die scheinbar kleinen Unterschiede verhindern in der Realität jede sinnvolle Orientierung. Berlin wird nicht Stuttgart werden, nur weil ich diesen Stadtplan so schön finde und er so gut zu mir passt. In allen anderen Lebensbereichen haben wir gelernt, dass Dinge nicht einfach deshalb wahr werden, weil wir sie uns ganz fest wünschen. So heißt es zwar in Kindermärchen, doch ein Erwachsener, der Wunsch und Realität nicht trennen kann, hat Probleme. Wenn Glauben etwas mit diesem Leben hier zu tun hat, dann gilt dasselbe: Es geht nicht um Ästhetik und Geschmack, sondern darum, eine Wahrheit zu entdecken, die unabhängig davon existiert, ob ich sie anerkenne oder nicht. Christen verstehen diese Suche nicht primär als eine intellektuelle Aufgabe. Die Wahrheit ist eine Person: Jesus von Nazareth. Man muss nicht Professor sein, um ihm zu begegnen. Aber viele, denen er begegnet ist, haben eine Gewissheit gefunden, die ihnen selbst in unserer rauen Wirklichkeit Halt gibt. |